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Medizinische Untersuchungen und Drogentest

... oder: Wenn man bei irischen Arbeitgebern die Hose runterlassen muss ...

Die weitaus meisten grösseren Arbeitgeber werden vor der Anstellung auf eine medizinische Untersuchung bestehen, die (so offiziell) Risiken für den Arbeitnehmer identifizieren und ausschliessen soll.

Natürlich könnte hier auch kräftig nach medizinischen Gesichtspunkten gesiebt werden. Vermeintlich nicht genug leistungsfähige Kandidaten könnten im Vorfeld aus der Auswahl ausscheiden. Da dies allerdings wieder Klagen wegen Diskriminierung nach sich ziehen könnte, macht dies natürlich kein Arbeitgeber. Die Untersuchung dient eben nur zum Schutz des Arbeitnehmers.

Yeah ... and pigs might fly!

Bestehende Erkrankungen


De facto ist es so, dass ehrlich angegebene Vorerkrankungen schon gelegentlich zum Erlöschen eines zunächst enthusiastischen Interesses geführt haben. Offiziell wird dies zwar nicht gesagt, die reinen Zeitabläufe lassen aber keinen anderen Schluss zu. Sollte man also auf dem medizinischen Fragebogen Krankheiten verschweigen? Und hoffen, dass der von seiner Schweigepflicht entbundene Hausarzt nicht kontaktiert wird?

Nein - zum einen wäre dies bei Bekanntwerden ein Entlassungsgrund, zum andern verkompliziert man seine eigene Situation nur unnötig. Nehmen wir einmal an, Sie müssen Insulin spritzen, verschweigen aber Ihre Diabetis. Dann kann es zu Situationen kommen, in denen Sie die reguläre Spritze nicht setzen können und sich selbst gefährden. Oder man bittet Sie irgendwann zu einem Personalgespräch, weil Sie mit einem Spritzbesteck auf der Toilette gesehen wurden. Andererseits: Würden Sie in einer Firma arbeiten wollen, die Diabetiker für weniger leistungsfähig hält?

Also ... stehen Sie zu Ihren Krankheiten und wälzen Sie solche Probleme auf die Firma ab.

Das bedeutet aber auch, dass Sie so gut wie möglich dokumentieren sollten - samt derzeitiger Medikation, einer groben Prognose (solange die neutral bis positiv ist jedenfalls) und eventuell sogar einem kleinen Schreiben das Hausarztes. Letzteres würde ich persönlich erst bei im weitesten Sinne ansteckenden Krankheiten oder Vorerkrankungen (etwa Hepatitis) empfehlen. So können Sie allen Bedenken viel (aber nie allen) Wind aus den Segeln nehmen.

Schwangerschaft


Das Thema "Schwangerschaft" ist (wie auch in Deutschland) problematisch - wird eine Personalchef eine Mitarbeiterin einstellen, die in drei bis vier Monaten sicher ausfällt? Wohl kaum. Weswegen nach Schwangerschaft nicht gefragt werden darf.

Nun wird aber im Regelfall bei der medizinischen Untersuchung eine Urinprobe verlangt (immer mit der Begründung der Diabetis-Früherkennung), mit der man natürlich auch ...

Hier hilft nur Vertrauen. Offiziell sind Arbeitgeber verpflichtet, den Umfang der Tests bekanntzugeben.

Drogentest


Deutlich wird dies beim "vielgefürchteten" (in manchen Kreisen zumindest) Drogentest, den mehr und mehr Firmen routinemässig durchführen lassen. Dieser wird ganz offiziell angekündigt und ein positives Ergebnis hat negative Auswirkungen.

Ist eine "drug-free policy" oder ähnliches im Arbeitsvertrag oder den Terms & Conditions vermerkt, ist ein Verstoss unter Umständen ein legaler Grund zur fristlosen Entlassung. Oder eben zur Einstellung des Bewerbungsverfahrens.

Daher hier einige Hinweise:
  • Machen Sie sich nicht lächerlich, indem Sie einen Drogentest mit welcher Begründung auch immer verweigern - ziehen Sie Ihre Bewerbung zurück und die Sache ist erledigt.*
  • Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie in den 1960ern einen Joint geraucht haben.
  • Sollten Sie eine Schnellentgiftung versuchen, bedenken Sie immer, dass spätere Drogentests diesen Luxus meist nicht erlauben. Und dass viele "Geheimtipps" nichts als Ammenmärchen sind.
  • Haben Sie gute Nerven? Dann lassen Sie es doch einfach drauf ankommen - nicht jeder gross angekündigte Drogentest wird auch tatsächlich durchgeführt, die Urinproben gehen ungetestet in den Ausguss.
  • Versuchen Sie auf keinen Fall illegale Aktionen, etwa den Urin vom Kumpel mitbringen ...

* - Eine Ausnahme ist gegeben, wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, die einen Drogentest zu Ihren Ungunsten beeinflussen können - fragen Sie Ihren Arzt danach und sprechen Sie dann offen mit Ihrem Ansprechpartner in der Firma über dieses Problem.

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