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Geschichte
im Überblick
Irische
Geschichte im Überblick - Von der Frühzeit bis zum
Friedensprozess
Frühgeschichte
Um 8000 v.Chr. - Erste Besiedlung Irlands über die
(noch bestehenden) Landbrücken von Wales und Schottland.
Um 6000 v.Chr. - Die Hüttensiedlung bei Mount Sandel (Co. Derry)
entsteht, Europas älteste (noch bekannte) Siedlung.
Um 3700 bis 3000 v.Chr. - Neue Siedler kommen in Irland an und bringen
ihre Kultur mit. Die Jungsteinzeit beginnt und Grossprojekte wie
Newgrange (c. 2500 v.Chr.) werden errichtet. Ackerbau löst die
Jäger-und-Sammler-Gesellschaft ab und bringt Rodungen mit sich.
Um 2000 v.Chr. - "Becherleute" (benannt nach typischen Haushaltswaren)
kommen nach Irland und die Bronzezeit beginnt.
Um 1500 v.Chr. - Metallverarbeitung wird zur Kunstform in Irland und
vor allem
Goldschmuck bislang unbekannter Qualität wird hergestellt.
Um 600 v.Chr. - Keltische Eindringlinge lassen sich erstmals in Irland
nieder.
Um 500 v.Chr. - Konzept des Hochkönigs (ard ri) wird wichtiger
Bestandteil der irischen Gesellschaft.
Um 200 v.Chr. - Massive Besiedlung Irlands durch weitere keltische
Stämme.
Um 80 - Agricola, Britanniens römischer Statthalter, denkt
über eine Invasion Irlands nach; der Plan wird fallengelassen,
stattdessen entwickeln sich Handelsbeziehungen.
Um 150 - Ptolomäus erwähnt Irland in seinen
Geographiebüchern.
367 - Iren dringen in den Nordteil Britanniens vor, sie werden als
scoti ("Piraten") bezeichnet.
Frühes Christentum
Um 430 - Palladius kommt aus Rom nach Irland, mit dem Rang
eines Bischofs und dem Auftrag zur Mission.
432 - Patrick beginnt seine Mission in Irlands Norden.
455 - Patrick gründet Kirche in Armagh.
550 bis 650 - Irisches Klosterleben entwickelt sich aus einer
Einsiedlerkultur.
563 - Der Irische Mönch Columba errichtet sein Missionskloster auf
Iona (Hebriden, Schottland).
600 bis 800 - "Goldenes Zeitalter" der irischen Kirche, Manuskripte wie
das Book of Kells und Goldschmiedearbeiten wie die Ardagh Chalice
werden geschaffen, das Klosterleben blüht und irische Mönche
sind für ihre Gelehrsamkeit weitgerühmt.
664 - Auf der Synode von Whitby kommt es zur Entscheidung über die
Festlegung des Osterfestes. Mit Annahme der Entscheidung ordnet sich
Irlands Kirche de facto Rom unter.
Um 680 - Kult des St. Patrick entwickelt sich, zahlreiche (zum grossen
Teil fiktionale) Biographien werden verfasst.
795 - Beginn der Wikingerüberfälle auf irische Klöster
und Siedlungen.
836 - Wikinger beginnen die Erkundung des irischen Binnenlandes.
837 bis 842 - Wikingerflotten überwintern am Boyne, am Liffey, und
in der Dublin Bay. Selbst Lough Neagh wird zum Winterhafen.
842 - Erste diplomatische Kontakte zwischen Wikingern und Iren,
Allianzen zwischen einzelnen Gruppen werden geschlossen.
967 - Irische Stämme üerfallen und plündern die
Wikingersiedlung von Limerick, Beginn des breiten Widerstandes gegen
die Wikingerherrschaft.
975 - Brian Boru wird König von Munster.
999 - Brian Boru vernichtet seine irischen Geger und nimmt die
Kapitulation des Dubliner Wikingerkönigs Sitric Seidenbart an.
1002 - Brian Boru wird Hochkönig von Irland.
1014 - Brian Boru besiegt die Wikinger in der Schlacht von Clontarf ...
aber wird unmittelbar danach selbst getötet. Man begräbt ihn
in Armagh.
1142 - Das erste Kloster der Zisterzensier in Mellifont wird errichtet,
Irlands Klöster orientieren sich künftig an den
europäischen Tendenzen.
Anglo-Normannische
Eroberung
1155 - Papst Adrian IV (ein Engländer) gewährt
Henry II von England das Besitzrecht an Irland (die diesbezügliche
Bulle Laudabiliter
könnte aber auch eine englische Fälschung sein).
1166 - Mac Murchada (Dermot McMurrough), König von Leinster, muss
nach empfindlichen innenpolitischen Niederlagen Irland verlassen. Er
geht nach England, wo er eine Söldnerarmee zur
"Rück"-Eroberung Irlands ansammelt.
1169 bis 1171 - Mac Murchada bringt seine neue anglo-normannische
Hilfstruppe nach Irland, sie erobern weite Landstriche und der
Herrführer "Strongbow" wird König von Leinster. Henry II von
England nimmt die Unterwerfung der meisten irischen Könige und
Bischöfe gnädig an. Beginn der englischen Herrschaft
über Irland.
1175 - Rory O'Connor nennt sich offiziell "High King of Irland" mit
Henrys II Erlaubnis - sein Herrschaftsbereich beschränkt sich
jedoch auf den nicht von den Anglo-Normannen beanspruchten Landesteil
und er gilt als Vasall der englischen Krone.
1177 - Prince John, jüngerer Bruder des Richard Löwenherz,
wird "Lord of Irland".
1200 bis 1600 - "Klassische Periode" in der irischen Literatur.
1210 - König John konfisziert Ulster komplett und Teile anderer
Provinzen während eines Aufenthaltes in Irland. Zahlreiche irische
Könige unterwerfen sich ihm.
1224 - Der Orden der Dominikaner errichtet seine ersten Klöster in
Irland.
1235 - Mit der Unterwerfung Connachts durch Richard de Burgh beginnt
eine neue Phase der anglo-normannischen Eroberung.
1297 - Das erste irische Parlament tritt in Dublin zusammen.
1315 bis 1318 - Erward Bruce greift Irland von Schottland aus an, wird
von irischen Verbündeten als "König von Irland" ausgerufen.
Sein gewagtes Abenteuer endet mit seinem Tod in der Schlacht bei
Fochard (Faughart).
Verfall in die Anarchie
1333 - Die englische Kontrolle über Connacht und
Ulster endet nach Aufständen.
1348 bis 1351 - Der "Schwarze Tod" geht in Irland um, etwa ein Drittel
der Bevölkerung stirbt qualvoll.
1366 - Den englischen Verwaltungsbeamten fällt auf, dass die in
Irland lebenden Anglo-Normannen "more Irish than the Irish themselves"
werden; mit den Statuten von Kilkenny wird die Verwendung der irischen
Sprache durch Siedler verboten. Gleichzeitig werden Heiraten zwischen
Iren und Engländern untersagt.
1494 - Anglo-irische Adlige kommen unter scharfe Beobachtung, nachdem
sie die Thronprätendenten Lambert Simnel und Perkin Warbeck
unterstützten. "Poynings' Law" lässt alle neuen englischen
Gesetze auch automatisch in Irland Gültigkeit erlangen.
Fühes 16. Jahrhundert - Irland wird von grassierenden
Aufständen und Bürgerkriegen gebeutelt, das Land
verfällt effektiv in einen Status der Anarchie. Erst eine massive
militärische Intervention der Engländer bringt wieder
Stabilität, allerdings unter von der englischen Krone diktierten
Bedingungen.
Herrschaft
der englischen Krone und Beginn der Kolonisierung
1541 - Das Parlament ernennt Henry VIII offiziell zum
König von Irland. Landbesitz muss ihm überschrieben werden,
anschliessend vergibt er das Land als Eigentum oder Lehen erneut.
1557 - Die katholische Königin Mary Tudor ("Bloody Mary") beginnt
mit der Errichtung von Kolonien ("plantations") in Offaly und Laois.
1558 - Elizabeth I besteigt den Thron und beginnt umfangreiche
Reformations- und Reorganisationsmassnahnen in Irland. Sie setzt dabei
Marys Kolonialpolitik fort und fördert die Ansiedlung von
Engländern und Schotten auf der grünen Insel.
1576 - Ende der privaten Kolonisierung in Irland,
Kolonialangelegenheiten werden künftig Staatssache.
1579 bis 1607 - Rebellionen in Irland, die anfangs auch Erfolge zeigen.
Die Landung einer spanischen Armee zur Unterstützung der Rebellen
bei Kinsale (1601) endet jedoch in einer Niederlage. Nach der
Kapitulation der wichtigsten Rebellengruppen (1603) und der Flucht der
Rebellenführer ("Flight of the Earls", 1607) ist Irland fest in
englischer Hand.
1588 - Die gen Heimat steuernden Reste der "Spanischen Armada"
zerschellen an der Irischen Küste.
1592 - Gründung des Trinity College Dublin als "Stätte
protestantischer Gelehrsamkeit".
1608 - Die "Plantation of Derry" läutet eine neue Phase der
Zwangskolonisierung ein.
1641 bis 1658 - Eine blutige katholische Rebellion, der Englische
Bürgerkrieg und die erbarmungslose Rückeroberung Irlands
durch Oliver Cromwell führt zu einer neuen Kolonisierungswelle,
komplett mit ethnischen Säuberungen: "To Hell or to Connacht!"
Unterdrückung
der katholischen Kirche
1660 bis 1688 - Während der "Restoration Period"
werden sogenannten "unschuldigen" (also der Krone genehmen oder
nützlichen) Katholiken ihre durch Cromwell beschlagnahmten
Ländereien zurückgegeben. Nach der Thronbesteigung James II
(1685) werden protestantische Beamte durch Katholiken ersetzt. Diese
Politik trägt dazu bei, dass das englische Parlament James II vom
Thron stösst (1688, "Glorious Revolution").
1688 - James II versucht, in Irland eine militärische Basis zu
errichten.
1689 - Minuten bevor katholische Truppen Derry besetzen können,
schliessen und verriegeln protestantische Lehrburschen ("apprentice
boys") die Stadttore mit dem Kampfruf "No Surrender!" ("keine
Übergabe"). Die Belagerung von Derry beginnt.
1690 - James II wird durch William of Orange bei einer Schlacht am
Boyne geschlagen. Die "Battle of the Boyne" geht trotz
militärischer Bedeutungslosigkeit wegen der Anwesenheit beider
Könige in die Geschichte und (protestantische) Folklore ein.
1695 - Anti-katholische Gesetze werden erlassen, der katholische Klerus
wird für unerwünscht erklärt.
1713 - Jonathan Swift wird Dekan der St. Patrick's Cathedral in Dublin.
1728 - Katholiken verlieren das Wahlrecht.
1731 - Erste Ausgabe des "Belfast Newsletter" und Gründung der
Royal Dublin Society.
1741 - Georg Friedrich Händel dirigiert die Uraufführung
seines "Messias" in Dublin.
1751 - Dublin's Rotunda Hospital als erste Geburtsklinik überhaupt
eröffnet.
1759 - Arthur Guinness kauft am St. James' Gate (Dublin) eine Brauerei.
1775 - Henry Grattan wird Führer der "Patriotischen Opposition" im
irischen Parlament.
Reformen
und die Rebellion von 1798
1782 - Das irische Parlament erhält gesetzgeberische
Unabhängigkeit.
1791 - Beeindruckt durch die Französische Revolution (1789)
schreibt der Protestant Wolfe Tone sein "Argument on the Behalf of the
Catholics of Irland"; Gründung der "United Irishmen" nach Tones
Idealen. In Dublin wird das Customs House gebaut.
1792 - Katholiken können wieder als Juristen in Irland arbeiten.
1793 - Katholiken erhalten wieder (begrenzte) Bürgerrechte.
1795 - Gründung des Oranierordens ("Orange Order").
1796 und 1798 - Rebellionen der United Irishmen. Im August 1798 landet
eine französische Armee zur Unterstützung der Rebellen in
Killala. Rebellion und Invasion enden in einer verheerenden Niederlage,
Wolfe Tone (als Offizier der französischen Armee in Irland) wird
festgenommen. Er entgeht der Hinrichtung durch Selbstmord.
1800 - Das irische Parlament schafft sich selbst ab, die "Act of Union"
verlegt künftige Entscheidungen nach Westminster.
1803 - Robert Emmet versucht einen Aufstand in Dublin, scheitert und
wird hingerichtet.
1815 - Erster fahrplanmässiger Kutschendienst in Irland.
1817 - Royal Canal fertiggestellt.
Emanzipation,
Hungersnot und Home Rule
1823 - Daniel O'Connell gründet die auf Emanzipation
abzielende "Catholic Association". 1828 wird er als Member of
Parliament für das County Clare gewählt.
1829 - Beginn der "Katholischen Emanzipation" in Irland.
1838 - Father Matthew ruft seinen "Temperance Crusade" ins Leben, viele
Iren schwören unter seinem Einfluss dem Teufel Alkohol ab.
1840 - O'Connell gründet die "Repeal Association", die die
Abschaffung der Union mit England zum Ziel hat. Ab 1843 hält er
riesige "Monster Meetings" (u.a. eine Million Menschen in Tara) ab.
1845 bis 1849 - Die Kartoffelfäule, begünstigt durch
rückständige Agrarmethodik und Monokultur, vernichtet mehrere
Ernten. Durch den Aufbau des irischen Ernährungssystem auf der
Knolle kommt es umgehend zu einer verheerenden Hungersnot ("Great
Famine").
1858 - Gründung der "Irish Republican Brotherhood" (IRB) in
Irland, parallel wird die "Fenian Brotherhood" in den USA aus der Taufe
gehoben. Beide (Geheim-)Gesellschaften verfolgen das Ziel eines
unabhängigen, republikanischen Irlands.
1867 - Erster Aufstand der IRB in Cork und Dublin, das schlechte Wetter
verhindert den Erfolg. Drei Versuche (1866, 1870 and 1871) einer "Irish
Republican Army", Kanada zu erobern und so Irlands Freiheit zu
erpressen, enden katastrophal.
1869 - Church of Irland verliert den Status als Staatskirche.
1870 - Gladstones "Land Act" etabliert die Rechte der Landpächter.
"Home Government Association" wird gegründet.
1875 - County Meath wählt Charles Steward Parnell in das Parlament.
1879 bis 1882 - Die Bildung der "Irish National Land League" und eine
drohende Hungersnot begünstigen Unruhen auf dem Land. Der "Land
War" beginnt, Zwangsräumungen und Terroranschläge gehen mit
politischen Lösungsbemühungen einher.
1881 - "Second Land Act" der Regierung Gladstone. Parnell in Kilmainham
inhaftiert.
1884 - Die streng nationalistische "Gaelic Athletic Association" (GAA)
wird gegründet.
1886 - Gladstone bringt die erste "Home Rule Bill" ein, die das
Parlament umgegend ablehnt.
1900 - John Redmond wird Führer der "Irish Parliamentary Party"
und der "United Irish League" (gegründet 1898).
1904 - Abbey Theatre in Dublin eingeweiht.
1905 - Sinn Féin gegründet.
1907 - Belfast wird durch einen Hafenarbeiterstreik und religiös
motivierte Unruhen erschüttert.
1912 - Protestanten vor allem in Irlands Norden folgen Edward Carson
und unterschreiben den "Solemn Covenant"; mit diesem Treueschwur wird
jede Art von "Home Rule" abgelehnt.
1913 - Generalstreik in Dublin.
1914 - Sowohl die unionistische Ulster Volunteer Force als auch die
nationalistischen Irish Volunteers schmuggeln Waffen von Deutschland
nach Irland. "Home Rule" wird vom Parlament beschlossen, wegen des
Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wird jedoch die praktische Umsetzung
bis auf weiteres ausgesetzt.
1915 - Die IRB bildet einen geheimen Militärrat und versucht, aus
in Deutschland kriegsgefangegen Soldaten eine "Irish Brigade" zu
bilden. Chefrekruter ist Roger Casement (1916 wegen Hochverrats in
London hingerichtet).
Osteraufstand
und Unabhängigkeit
1916 - Osteraufstand in Dublin, der militärisch von
vornherein zum Scheitern verurteilte Aufstand endet mit der Exekution
von fünfzehn Anführern. In der Schlacht an der Somme wird im
Sommer die Ulster Division fast vollkommen vernichtet.
1918 - Republikaner gewinnen die britischen Wahlen haushoch, verweigern
den Treueeid in Westminster und treten stattdessen als Dáil
Éireann in Dublin zusammen.
1919 bis 1921 - Unabhängigkeitskrieg, mit gnadenloser Härte
von Briten und Iren geführt. Als britische
Unterstützungstruppen werden die berüchtigten "Black and
Tans" eingesetzt. "Government of Irland Act" (1920) schlägt
erstmals eine Teilung Irlands vor.
1921 - Der Anglo-Irische Vertrag (kurz "the Treaty") teilt Irland in
einen von Belfast aus regierten Norden als Teil des Vereinigten
Königreiches und einen vom Dáil in Dublin regierten
"Irischen Freistaat".
1922 bis 1923 - Irischer Bürgerkrieg - die Anti-Treaty IRA und die
"National Army" des Freistaates kämpfen erbittert gegeneinander.
Michael Collins wird bei einem Guerilla-Überfall der IRA
erschossen, der Freistaat exekutiert Gegner gleich dutzendweise. Am
Ende des Krieges legt die IRA die Waffen nieder.
1923 - W.B. Yeats erhält den Nobelpreis für Literatur.
1925 - G.B. Shaw erhält den Nobelpreis für Literatur.
1932 - Fianna Fáil (gegründet 1926) übernimmt unter de
Valera die Macht.
1933 - Die faschistischen "Blauhemden" erlangen kurz Aufmerksamkeit in
Irland, gehen dann aber in der neuen Partei Fine Gael auf.
1935 - Der Freistaat verbietet den Import und Verkauf aller
Verhütungsmittel.
1936 - Der Freistaat verbietet die IRA.
1937 - Verfassung des neuen Staates Éire erklärt die
Unabhängigkeit von Grossbritannien und erhebt Anspruch auf
Nordirland; der Freistaat existiert nicht mehr.
1938 - Grossbritannien gibt die militärisch wichtigen "Treaty
Ports" an Éire ab.
1939 - Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs fängt die IRA eine
neue Terroroffensive in Grossbritannien an. Éire erklärt im
Krieg seine Neutralität, reserviert aber "a special consideration"
für Grossbritannien.
1940 - In irischen Gefängnissen hungern sich Gefangene der IRA zu
Tode.
1941 - "Belfast Blitz", deutsche Bomber treffen die Stadt schwer; von
britischer Technologie umgeleitete deutsche Bomber greifen
versehentlich auch Dublin an.
1945 - De Valera verärgert die gesamte freie Welt, als er
persönlich in der deutschen Botschaft zum Tode Adolf Hitlers
kondoliert.
1948 - Die Republik Irland erklärt ihre völlige
Unabhängigkeit; de Valera verliert nach 16 Jahren Regierungszeit
die Wahl.
1949 - Die "Ireland Act" legt die Trennung endgültig fest.
Die "Troubles"
1954 - Die IRA taucht aus der Versenkung auf und
führt erste Anschläge in Armagh durch.
1955 - Irland wird als Mitglied in die UNO aufgenommen.
1956 bis 1962 - "Border Campaign" der IRA.
1963 - John Fitzgerald Kennedy besucht Irland.
1966 - Das Anglo-Irische Freihandelsabkommen macht den Handel zwischen
der Republik und Nordirland einfacher und gewinnbringend.
1967 - "Northern Irland Civil Rights Association" bildet sich mit dem
Ziel, die offene und versteckte Diskriminierung gegen Katholiken zu
beenden.
1968 - Erste "Civil Rights Marches" führen zu Auseinandersetzungen
mit Unionisten und der Polizei, vor allem in Derry.
1969 - Marsch unter dem Motto "People's Democracy" von Belfast nach
Derry, weitere schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei und
Extremisten. Bombenanschläge folgen. Die Britische Armee wird in
Nordirland als Friedenstruppe eingesetzt - eine zunächst von
katholischer Seite begrüsste Massnahme. Samuel Beckett erhält
den Nobelpreis für Literatur, seine Stellungnahme lautet kurz:
"Katastrophe!"
1970 - Sowohl Sinn Fein wie auch die IRA trennen sich in "official" and
"provisional", die Provisional IRA hält strikt am bewaffneten
Kampf fest.
1971 - Rev. Ian Paisley gründet die Democratic Unionist Party
(DUP); "internment" (Inhaftierung ohne volles Verfahren) wird wieder in
Nordirland eingeführt; die IRA tötet den ersten britischen
Soldaten in Belfast.
1972 - "Bloody Sunday" in Derry, britische Fallschirmjäger
eröffnen das Feuer auf Demonstranten und töten 13 Menschen;
die britische Botschaft in Dublin wird als Reaktion von Demonstranten
niedergebrannt, die IRA greift das Hauptquartier der
Fallschirmjäger in England an; "Direct Rule from Westminster" wird
für Nordirland eingeführt; Republik Irland schafft die in der
Verfassung festgelegte "special position" der katholischen Kirche ab.
1973 - Irland und UK treten der EWG bei.
1974 - Unionistische Bombenanschläge in Dublin and Monaghan
töten Dutzende von Zivilisten; IRA Bombenanschläge auf Pubs
in Guildford and Birmingham fordern ähnlichen Blutzoll.
1975 - "Internment" wird in Nortdirland wieder ausgesetzt.
1979 - Republik Irland erlaubt den eingeschränkten Vertrieb von
Verhütungsmitteln - im selben Jahr besucht Papst Johannes Paul II
Irland.
1981 - Zehn Mitglieder der IRA und INLA sterben bei einem Hungerstreik
im Gefängnis bevor die geplante Massenaktion ergebnislos
abgebrochen wird.
1983 - Eine Volksabstimmung in der Republik verbietet jede Form von
Abtreibung.
1985 - Anglo-Irish Agreement teilt die protestantantische
Bevölkerung Nortdirlands, viele fürchten einen Ausverkauf.
1986 - Die Republik bestätigt das Verbot der Ehescheidung.
1987 - Eine Bombe der IRA tötet elf Menschen beim jährlichen
Remembrance Day Service in Enniskillen.
1990 - Mary Robinson zur Präsidentin der Republik Irland
gewählt.
1992 - Bischof Eamon Casey verlässt fluchtartig Irland, nachdem
eine zwanzig Jahre alte Affäre ans Tageslicht kommt. Im
Rückblick erscheint Caseys Indiskretion wie ein Witz - für
die katholische Kirche in Irland beginnt eine Ära der Skandale.
1994 - IRA and Loyalistische Gruppierungen verkünden einen
Waffenstillstand.
Mitte der 1990er - Dank massiver EU-Gelder und einer aggressiven
Politik der Steuervergünstigungen für ausländische
Investoren wird der "Celtic Tiger" geboren; Irland entwickelt sich
binnen eines Jahrzehnts vom Armenhaus Europas zum reichsten EU-Staat.
1996 - Eine Volksabstimmung erlaubt die Ehescheidung in der Republik;
die IRA zündet eine massive Bombe in Canary Wharf (London) und
beendet so den Waffenstillstand.
Der Friedensprozess
1997 - Labour gewinnt die Wahl im UK, Mo Mowlam wird
Staatssekretärin für Nordirland; IRA verkündet neuen
Waffenstillstand.
1997 bis 1998 - US Senator George Mitchell leitet Gespräche in
Stormont (Belfast), die zum bahnbrechenden "Good Friday Agreement"
führen; die DUP verweigert standhaft die Unterzeichnung des
Dokuments.
1998 - "Good Friday Agreement" in der Republik Irland angenommen; eine
republikanische Splittergruppe zündet eine massive Autobombe in
der Innenstadt von Omagh, 31 Zivilisten werden getötet.
1999 - Das erste "devolved (power-sharing) government" tritt im
Dezember in Nordirland zusammen; diese Regierung bricht bald zusammen
und die Polarisierung der Wähler auf Sinn Fein und DUP führt
zu jahrelangem Stillstand.
2005 - IRA erklärt den bewaffneten Kampf für beendet und
übergibt Waffen; unionistische Gruppierungen zerfleischen sich
gegenseitig im Kampf um die Vorherrschaft im organisierten Verbrechen.
2006 - Irlands Taoiseach Bertie Ahern überlebt die Skandale des
"Bertiegate" ... Dank eines RTÉ-Interviews, bei dem er in
Tränen ausbricht.
2007 - Nach einer Wahl, die erneut die Polarisierung zwischen DUP und
Sinn Fein bestätigt, kommt es zum historischen Brückenschlag
und der Bildung einer gemeinsamen Regierung für Nordirland.
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