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Ein Umzug nach Irland

... oder: Wie bereite ich meinen Umzug nach Irland vor?

Sie haben also ein erfolgreiches Interview gehabt, ein Angebot zur Arbeit in Irland bekommen? Gratulation ... aber jetzt setzt die Arbeit des Emigranten ein - den Umzug vorbereiten!

Umzugsvorbereitungen in Deutschland

Natürlich sind Lebensumstände so verschieden, dass man kaum eine Pauschal-Checkliste angeben kann, was jetzt geschehen muss. Hier daher einfach die wichtigsten Schritte.
  • Wohnung - Versuchen Sie frühzeitig, einen Nachmieter zu finden oder Ihre Wohnung zu kündigen ... wenn Sie sich ganz sicher sind, nach Irland gehen zu wollen. Oder versuchen Sie mit dem Vermieter eine "Sonderregelung" herauszuhandeln, die Ihnen die üblichen langen Kündigungszeiten erspart.Sind Sie sich nicht ganz sicher und brauchen Sie einen "Rettungsring", behalten Sie die Wohnung erstmal (Achtung: Rechnen, ob das Geld da ist!).
  • Telefon (Festnetz) - Abmelden zum Umzugstermin, das geht in jedem Kundenzentrum der Telekom oder auch per Internet.  
  • Telefon (Handy) - Abmelden ... eine Weiterbenutzung in Irland wird zu teuer! Die Abmeldung von Vertragshandies muss frühzeitig erfolgen, da man meist an Fristen gebunden ist. Eine kürzere "Sonderfrist wegen Emigration" gewähren die Netzbetreiber in der Regel nicht - mit der durchaus richtigen Begründung, man könne ja das Handy dort weiterbenutzen.
  • Versicherungen - Viele Versicherungen gelten nur innerhalb Deutschlands, also sollten Sie eine Bestandsaufnahme machen und sich auch mit Versicherungsvertretern (... oder besser der Zentrale!) schnellstens in Verbindung setzen.
  • Gesetzliche Krankenversicherung - Hier solltest Sie sich direkt mit der örtlichen Vertretung in Verbindung setzen und nachfragen, welche Schritte Sie bei einer Arbeitsaufnahme im Ausland tun müssen. Auf jeden Fall sollten Sie sich den Anspruch auf Wiederaufnahme sichern.
  • Rentenversicherung - Setzen Sie sich mit der örtlichen Auskunfts- und Beratungsstelle in Verbindung und bitten Sie um eine "Klärung des Versicherungsverlaufes".
  • Arbeitsamt - Sind Sie schon einige Zeit arbeitslos, können Sie eventuell Zuschüsse für den Umzug etc.pp. bekommen. Fragen Sie Ihren Berater - der ist froh, Sie loszuwerden (rein statistisch gesehen).
  • Einwohnermeldeamt - Die Meldegesetze in Deutschland sind streng, also melden Sie sich ab ... dabei werden Sie in der Regel den Personalausweis abgeben müssen. Haben Sie keinen Pass, ist jetzt die beste Zeit, einen zu beantragen: Der "grüne" kann binnen einer Stunde ausgestellt werden. Der "rote" nimmt einige Wochen in Anspruch, kann aber auch später über die Deutsche Botschaft in Dublin beantragt werden.
  • Schule - Haben Sie schulpflichtige Kinder, sollten Sie sich frühzeitig über die Schulmöglichkeiten vor Ort informieren.
  • Ärzte - Haben Sie irgendwelche Versorgungsleiden oder länger andauernde Krankheiten, sollten SIe versuchen, Kopien Ihrer Krankenakten zu bekommen. Ansonsten empfiehlt sich immer ein letzter Checkup ... vor allem beim Zahnarzt!
  • Möbel und Hausrat - Der typische Emigrant lebt (zumindest vorerst) in einer möblierten Bleibe. Da bleibt nur Einlagerung oder Trennung. Sollten Sie dies nicht wollen, aus welchen Gründen auch immer, müssen Sie sich schnellstens nach einer Möbelspedition umsehen. Bitte beachten Sie - Preisunterschiede von bis zu 800% sind keine Seltenheit!
  • Kleidung - Siehe Möbel ... jetzt ist Zeit, sich von vielem zu trennen, was man ohnehin nicht mehr anzieht. Kleidercontainer stehen an nahezu jeder Ecke!
  • Abonnements, Buchclubs und ähnliches - Kündigung wenn möglich, Ummeldung wenn nötig ... viele in Deutschland günstige oder bequeme Angebote werden in Irland irrelevant oder horrend teuer. Achtung: Viele Firmen sprechen von "Mindestvereinbarungen", die aber im Kulanzwege umgangen werden können.

Umzugsvorbereitungen in Irland

Während die Umzugsvorbereitungen in Deutschland auf Hochtouren laufen, was kann man in Irland schon tun?

Leider wenig, wenn man realistisch ist ...

Die erste Aufgabe ist Informationsbeschaffung, wobei das Internet die bequemste, schnellste und vor allem effektivste Möglichkeit darstellt. Ob daheim, in der Stadtbücherei oder im Internet-Cafe, so lange man drucken kann, ist das Internet der beste Freund! Wenn man nicht drucken kann, muss man speichern oder notieren ... ein Freund ist das Internet immer noch.

Die Wohnungssuche aus Deutschland ist erffahrungsgemäss fast unmöglich, es gilt immer "wer zuerst persönlich kommt, mahlt zuerst". Also muss man vor Ort präsent sein.

Ein ganz persönliches Sicherheitsnetz

Auch wenn Ihr Irland-Optimismus ungeschlagen ist, Sie der "Fan Nummer Eins" bist und schon fast grünes Blut haben ... es kann immer schief gehen! Daher empfehlen wir immer, ein Sicherheitsnetz aufzubauen.
  • Der wichtigste Teil dieses Netzes ist ein frei verfügbarer Geldbetrag, der einen Rückflug nach Deutschland sowie mindestens vier Wochen "Überleben" (Billigpension, Jugendherberge) sichert. Wieviel das ist? Etwa € 1000 - und diesen Tausender sollten Sie auch nicht in Sektlaune anbrechen! Es muss übrigens nicht Cash sein, eine funktionierende Kreditkarte tut es zur Not auch (... wenn man denn diese auch guten Gewissens benutzen kann).
  • Zusätzlich sollten SIe auch noch einige Euro haben, um die erste Miete plus Kaution (in der Regel eine Monatsmiete, insgesamt mindestens € 600 für ein Zimmer, für eine eigene Wohnung oder ein Haus € 2600) in Irland zu zahlen ... und bis zum ersten Zahltag, der ja bis zu fünf Wochen hin sein kann, zu überleben. Für Arbeitslose besteht die Möglichkeit, einen Teil dieser Rücklagen über die möglichen Beihilfen des Arbeitsamtes zu bilden.
  • Ein weiterer Teil des Sicherheitsnetzes sind Kopien der wichtigsten persönlichen Papiere, die man getrennt einlagert, eventuell sogar in Deutschland (bei Eltern oder anderen Verwandten etwa). Das macht die Wiederbeschaffung einfacher ...
  • Sollten Sie sich im Zuge der Emigration von einem Arbeitgeber trennen, kann es ganz hilfreich sein, ein Hintertürchen offenzuhalten - natürlich kann Ihnen niemand wieder die alte Stelle garantieren, aber allein das Angebot "Wenn's nicht klappt, kommen Sie doch zurück!" hinterlässt ein gutes Gefühl. Ein nettes Ansichtskärtchen und ein, zwei eMails halten die Erinnerung aufrecht, kosten kaum Geld und können im Notfall Wunder wirken!
Der letzte und wichtigste Teil des Sicherheitsnetzes ist gesunder Menschenverstand - Sie gehen nach Irland, um eine neue Stellung in einem fremden Land anzunehmen.

Das heisst Ortswechsel, Kulturwechsel, Wechsel des gesamten persönlichen Umfeldes, oft kompletter Berufswechsel, auf jeden Fall aber beruflicher Neustart mit Lern- und Kennenlernphase. Sie werden aus Ihrem beruflichen und sozialen Umfeld herausgerissen und müssen sich, wahrscheinlich ohne grosse Bezugspunkte, neu orientieren. Dies kann nur mit einem klaren Kopf und mit kleinen Schritten gut gelingen!

Oder anders formuliert: Wer seinen letzten Cent am ersten Wochenende in Dublin versäuft oder sich vorstellt, mit einem Call-Centre-Einstiegsgehalt gleich Haus und Auto kaufen zu können, der hat ein Problem. Da hilft dann auch kein Sicherheitsnetz mehr.

Wer sich aber langsam in die neue Realität einfügt und auch mal Mässigung übt, der kann nur gewinnen!

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