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Irland-Auswanderer • Arbeitssuche in Irland
Arbeitssuche in Irland... oder: Die Realität der Jobsuche im TraumlandSie wollen in Irland arbeiten? Warum nicht ... dieser Wunsch ist erfüllbar, aber mit etwas mehr Aufwand und Nachdenken verbunden als die "Hoppla, jetzt komm' ich ..."-Attitude, die manchmal vorzuherrschen scheint. Denn warum sollte Irland ausgerechnet auf Sie warten? Hier finden Sie die Basisinformationen, die Sie zum Wechsel des Arbeitsplatzes und Wohnortes benötigen.
Einige Hintergrundinformationen zum "Celtic Tiger"Warum gehen so viele Leute nach Irland? Früher galt das Land als "Armenhaus Europas" mit gallopierender Schwindsucht in Sachen Arbeitsplätze, doch in den letzten zehn Jahren ist die Insel als Refugium für Europas Arbeitslose bekanntgeworden. Nun ist die Arbeitsaufnahme in Irland für Mensche aus Mitteleuropa nichts unbedingt Neues, von den Pfälzern und Hugenotten über von Hompeschs Hessen bis hin zu der kleinen deutschen Kolonie vor dem Zweiten Weltkrieg. Seit den 1990ern lautet das Zauberwort jedoch "Celtic Tiger".Die aus dem asiatischen Raum entlehnte (und "keltisierte") Bezeichnung des Tigerstaates kennzeichnet eine plötzlich aggressiv erwachende Ökonomie, die sich im grossen Sprung die Beute in Form von neuem Reichtum schnappt. Das Bild passt, denn Irland sprang tatsächlich auf den Weltmarkt wie der Tiger aus dem Busch. Allerdings war die Raubkatze mit Doping fit gemacht ... durch Geldinjektionen aus dem Ausland. Die starke irische Ökonomie basiert im Wesentlichen auf durch die Regierung und von ihr gesponsorte Agenturen (etwa die IDA) ins Land geholte ausländische Investitionen. Mit massiven Steuergeschenken, sehr lockeren Planungsvorgaben und wenigen effektiven Verpflichtungen bemühte man sich erfolgreich um die Ansiedlung von Produktionsstätten und Serviceeinrichtungen, von Apple bis Xerox strömten vor allem US-amerikanische Firmen in das "Auld Country", aber auch viele europäische Kollegen. Ein weiterer Coup war die Einrichtung des International Financial Service Centre (IFSC) in Dublin, wo Banken unter sehr interessanten Bedingungen Geldgeschäfte tätigen können. Dass dieser Boom, der nicht unbedingt auf Bodenschätzen oder einer strategisch günstigen geographischen Lage beruht, ein künstlicher Boom war, musste man spätestens seit der EU-Erweiterung 2004 einsehen, denn rapide begannen einige Konzerne, ihre Tätigkeit etwa in die Slowakei zu verlegen - dort war es plötzlich genauso einfach und noch billiger, Geschäfte zu machen. Und so normalisiert sich auch die irische Wirtschaftslage langsam. Werden immer noch Deutschsprachige in Irland gesucht?Ja - allerdings ist mit dieser Frage meist ein grundlegender Irrtum verbunden: Die Suche bezieht sich nämlich nie auf den Besitz der deutschen, österreichischen oder Schweizer Staatsbürgerschaft!Was in Irland gesucht wird, sind folgende Kategorien an Arbeitnehmern:
Wenn Sie jetzt mit einer Portion Realismus noch einmal nachdenken ... dann wird Ihnen wahrscheinlich schnell bewusst, dass man wirklich nur sehr eingeschränkt Vorteile geniesst, wenn man Deutscher, Österreicher oder Schweizer ist! Wo findet man die Jobs?Es sind die verschiedensten Strategien möglich, am erfolgreichsten ist nicht nur eine Kombination von einigen Elementen, sondern "the Full Monty" - gerade in Zeiten des Internets ist die breite Streuung von Bewerbungen weder ein finanzielles noch ein zeitliches Problem.
Was benötigt man für eine Bewerbung?Unsere Checkliste ist kurz:
Es gibt unzählige Bücher, Webseiten und auch Hilfen vom Arbeitsamt zum Thema "Die richtige Bewerbung" - mit nur ein wenig Recherche sollten auch Sie in der Lage sein, im "mainstream" mitzuschwimmen. Und wenn Sie meinen, sich aus der Masse hervorheben zu müssen, dann gibt es da auch unzählige Tipps. Aber setzen Sie "gimmicks" nur bewusst und an geeigneter Stelle ein! Auf was für Faktoren achten irische Arbeitgeber bei einem Bewerber?Überraschenderweise (für manche Menschen jedenfalls) erst einmal auf die fachliche Eignung! Danach auf die aktuelle Verfügbarkeit (drei Monate Vorlaufzeit sind oftmals für irirsche Verhältnisse schlicht zu lang) und die Persönlichkeit (passt man in das Team oder die Firma) ... bis auf die relativ kurzen Vorlaufzeiten kein Unterschied zum Rest der Welt.Das Interview mit dem Blick auf ein längerfristiges Engagement ist allerdings immer untrennbar mit dem Thema "Auswanderung" verknüpft. Ob jetzt Auswanderung auf Zeit oder "für immer" ist erstmal egal. Was für ein Gehalt benötigt man, um in Irland gut leben zu können?Wie lang ist ein Stück Schnur?Diese Frage ist abhängig von vielen Faktoren, nicht zuletzt von Ihrer Definition des "guten Lebens", aber auch unter welchen Bedingungen Sie zu leben erwarten, wieviel Menschen von Ihrem Einkommen abhängig sind und wo in Irland Sie leben wollen. Ein Jahresgehalt von € 20.000 kann für einen Single mit kleinen Ansprüchen durchaus ein "gutes Leben" ermöglichen, für eine Familie ist es selbst für den reinen Grundbedarf äusserst knapp bemessen. Wir erläutern das einmal:
Wie sieht es mit der sozialen Sicherung aus?Hier nur einige Hinweise zu oft angesprochenen Punkten:
Wie wichtig ist es, bei der Bewerbung schon in Irland zu sein?Auch dies kommt oft mehr auf den angestrebten Job an als auf alles andere. Wenn es um hochspezialisierte Fachkräfte geht, werden teilweise weltweite, langfristige und teure Suchen nach geeigneten Kandidaten von Arbeitgebern erduldet. Bei Arbeitsangeboten für ungelernte Kräfte, etwa im Call-Centre-Bereich, werden Ausschreibungen oft nach dem Motto "Wie brauchen nächsten Montag jemanden, heute ist Donnerstag ..." gemacht. Ein grosser Pool von potentiellen Arbeitnehmern macht es möglich.Grundsätzlich lässt sich daher sagen, dass die Chancen auf einen Job sich erhöhen, je näher man schon an der Arbeitsstelle ist und je schneller man verfügbar sein kann. Dies ist unabhängig von eventuell vorzuweisender Fachkenntnis zu sehen - allein die pure Anwesenheit befähigt einen Deutschsprachigen nicht unbedingt zu jedem Job. Gibt es eine empfehlenswerte Bewerbungsstrategie?Ja ... breit streuen, vor Ort sein, schnell verfügbar sein.Wer sich nicht unbedingt auf fachgebundene Stellen für Höherqualifizierte bewerben will, sollte seinen Lebenslauf an alle Agenturen und Arbeitgeber verteilen, die nur irgendwie in Frage kommen. Ebenso sollte man jedes Internetportal ausnutzen und vor allem dort die automatisierten Suchen für sich arbeiten lassen. Und man sollte auf jedes nur einigermassen interessante Angebot antworten - Jobsuche ist und bleibt ein Full-Time-Job an sich, wenn sie relativ schnell effektiv sein soll. Der nächste wichtige Faktor ist der persönliche Kontakt. Wer schon einmal mit einem Recruiter Auge in Auge gesprochen hat, hat meist bessere Chancen auf Berücksichtigung bei der Vermittlung (... ehrlicherweise manchmal auch schlechtere, wenn einfach die "Chemie" nicht stimmt!). Diesen persönlichen Kontakt sollte man suchen, jedoch nicht hemmungslos auswälzen - wer einem Recruiter allzusehr auf die Nerven geht, hat schnell einen Ruf als "schwieriger Zeitgenosse" und wird nur selten an wichtige Klienten vermittelt. Kernfragen eines Interviews sind dann oft noch "Wo werden Sie wohnen?" oder "Wann können Sie anfangen?" Auf beide sollte man eine plausible Antwort parat haben. Wenn man weiss, wo der potentielle Arbeitgeber seinen Betriebssitz hat, muss man tatsächlich einmal überlegen, wie man dahinkommen will. Und wenn man einem potentiellen Arbeitgeber, der die Intervieweinladung ausdrücklich mit einem "start date no later than in two weeks time" verbunden hat, dann damit kommt, dass man wegen Goldfisch, Kündigungsfrist und Nachmieter erst frühestens in drei Monaten anfangen kann ... Sie verstehen schon! Ein ehrliches Wort zum Schluss ...Wir können und wollen Sie nicht davon abhalten, in Irland Ihr Glück zu suchen. Schliesslich gelingt dies ja auch vielen Menschen (auf Dauer) ... und viele Zeitgenossen finden dort zumindest ein zeitweises Wirtschaftsasyl.Sie sollten sich jedoch bewusst sein, dass Irland schon längst nicht mehr das Goldgräberland der späten 1990er mit Jobgarantie für jeden Deutschsprachigen ist (... eine Zeit, in der selbst schwer Hörgeschädigte für Call-Centre-Jobs ins Land geholt wurden!). Es mag vielleicht noch immer etwas einfacher als in Deutschland sein, in Irland einen Job, irgendeinen Job zu finden - aber das heisst nicht, dass der Gang nach Irland dann auch mit "Glück" gleichzusetzen ist. Trennen Sie da deutlich! Seien Sie sich bewusst, dass "irgendein Job" wirklich alles einschliesst, was legal ist. Flache Frikadellen auf Sesambrötchen packen ist in Irland genauso ein Karrierehoch wie in Deutschland - wenn Sie allerdings mit dem Ruf des besten Pizzabelegers von Zamonien zufrieden sind, dann ist alles in Butter. Und trennen Sie sich vor allem von der Illusion, dass Irland nur "Celtic Tiger" und "Ceol agus Craic" ist. Eine Illusion, die selbst heute noch von Recruitern gepflegt wird, wenn es um die dringende Anwerbung von Personal geht. Nein, der "Celtic Tiger" wird Ihnen gegenüber wahrscheinlich eher als grau beanzugter Manager mit "mid-Atlantic accent" auftreten und von Ihnen im Job die Hingabe eines japanischen Piloten um 1945 verlangen. Und Partytime ist nach Feierabend, nicht früher - ab und an durch Firmen tingelnde "Fun Teams" sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sie etwa 40 Stunden pro Woche arbeiten müssen. Im Laufe der letzten Jahre hat sich auch gezeigt, dass Arbeiten in Irland Dank Einsparungsmassnahmen und "downsizing" oder "streamlining" progressiv härter geworden ist. Der Arbeitsalltag in Irland ist nicht anders als sonstwo auf der Welt. Und den Traum von den unendlichen Weiten des Atlantiks und den grünen Wiesen voll hoppelnder Lämmer können Sie in der Regel nur ausleben, wenn Sie das Grossraumbüro im betonierten Industriegebiet für den Feierabend oder das Wochenende hinter sich lassen. That's life ... but good luck anyway! |
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